Im Jahr 2004 erobert eine junge „drei Mann, eine Frau“-Band aus dem sächsischen Bautzen die Deutschen Charts mit ihrem Debutalbum „Verschwende deine Zeit“. Die Rede ist von Silbermond. Im Interview mit der DRUFF! erinnern sich Sängerin Stefanie Kloß und Schlagzeuger Andreas Nowak an ihr erstes Konzert in Braunschweig zurück, erzählen von ihren Erfahrungen bei der TV-Show „Sing meinen Song“ und geben einen Ausblick darauf, was das Publikum beim diesjährigen Volksbank BraWo Open-Air-Konzert erwartet.

September 2004: Noch als Nachwuchsband betitelt, spielen Silbermond im damaligen Jolly Joker. Stefanie eröffnet das Konzert auf einem Barhocker inmitten des Publikums. „Ja, das haben wir jetzt auf der Tour auch wieder gemacht. Das machen wir immer mal wieder, wenn es passt. Ich finde es ganz cool, wenn man immer mal wieder so kleine Sachen beim Konzert macht“, erzählt Stefanie. „Dieses Gefühl, da steht die Band und da stehen die Leute, da haben wir persönlich nicht so viel Bock drauf. Wir wollen immer, dass es ein gemeinsamer Abend wird und sowas ist dann ganz schön.“

Es ist die Anfangszeit von Silbermond, Wir sind Helden und Juli. Bands mit Frontfrauen, die in Sachen Deutsche Musik neue Akzente setzen. Gerade Juli und Silbermond werden damals oft in einem Atemzug genannt und auch miteinander verglichen und von Laien auch oftmals verwechselt. „Das Krasse war ja, dass wir uns untereinander als Bands gefreut haben, wenn wir zusammengespielt haben. Das Einzige, was uns auf den Zünder ging war, dass die Leute sich auch nicht mehr die Mühe gemacht haben, uns auseinanderzuhalten. Es war auf einmal alles eins. Eva (Sängerin von Juli) und Stefanie waren eine Person. Wir haben alle die gleiche Musik gemacht und es war irgendwie alles gleich. Das stimmt ja nicht, sondern jede Band hat ja für sich gestanden“, räumt Stefanie mit den damaligen Vorurteilen auf. „Und es war eigentlich schade, denn es ist doch toll, dass Frauen im Vormarsch waren. Vor allen Dingen Bands mit Frontsängerinnen. Wenn du dir heute anschaust, wie sich alles entwickelt hat: Manche Bands gibt es nicht mehr und andere sind momentan nicht aktiv. Da ist es schon ein cooles Ding, dass wir noch am Start sind und dass wir es auch die letzten Jahre waren. Das ist eine Seltenheit geworden, was ich total schade finde. Frauen braucht die Welt! Momentan ist es zwar etwas rar gesät, doch es wird auch wiederkommen.“

Zum damaligen Bühnenprogramm im Jolly Joker gehört auch die Kategorie „Lachen mit und über Andreas“, wo sich Schlagzeuger Andreas mehr schlecht als recht als Witzeerzähler versucht. „Ja, das war damals immer einer unserer Höhepunkte, da hat Andreas immer einen eigenen Part bekommen“, lacht Stefanie. „Mut zum Risiko!“, ergänzt Andreas. „Das machen wir aber schon lange nicht mehr.“

Mit der Löwenstadt verbindet die Band aber nicht nur eines ihrer ersten Konzerte. „Unsere halbe Crew kommt aus Braunschweig und auch unsere Booking-Agentur undercover ist hier ansässig. Wir waren schon im Stadion, haben zusammen ein Spiel der Eintracht gesehen und auch schon selbst dort auf der Bühne gespielt. Im Sommer saßen wir an der Oker in der Okercabana und letzte Weihnachten war ich im Wintertheater und habe auf dem  Braunschweiger Weihnachtsmarkt sehr leckeren Glühwein getrunken“, erzählt Stefanie, die sich mittlerweile gut in Braunschweig auskennt.

Im August sind Silbermond wieder zu Besuch in Braunschweig, denn dann bespielen sie – ebenso wie Philipp Poisel und Alle Farben– die Volksbank BraWo Bühne im Raffteichbad. „Wir versuchen immer ein schönes Erlebnis zu schaffen und hoffen, dass das Konzert in Erinnerung bleibt“, so Andreas. „Wir haben extrem großen Respekt vor den Leuten, die einen weiteren Weg haben und sich extra freinehmen, da wollen wir einfach ein gutes Konzert spielen, damit es sich gelohnt hat. Wir werden dieses Mal auch versuchen Lieder zu spielen, die wir noch nie gespielt haben.“

Bis es im August soweit ist, kann man Silbermond von der heimischen Couch aus in der TV-Show „Sing meinen Song“ verfolgen. Für die Dreharbeiten des „Tauschkonzertes“ ist die Band nach Südafrika gereist. „Es war ein sehr spannender Trip, der sehr aufregend und auch anstrengend war, da es natürlich ein ganz schönes Pensum mit all den Drehs und den Interviews war. Aber es war eine mega entspannte Truppe. Wir haben zum Glück alle den gleichen Humor und der hat sich von Tag zu Tag mehr eingespielt“, erzählt Stefanie von der Zeit in Südafrika. Neben Stefanie und der Band sind Sascha Vollmer und Alec Völkel von The BossHoss als Gastgeber, Lena Meyer-Landrut, Mark Forster, Michael Patrick Kelly, Moses Pelham und Gentleman mit von der Partie und interpretieren Songs der teilnehmen Künstler im „Tauschkonzert“ neu. „Du lernst die Leute und ihre Musik kennen und auch wenn du
keine Platte von denen zuhause hast, verstehst du danach besser, warum sie ihre Musik so machen, wie sie sie machen und was dahinter steckt“, erklärt Stefanie. „Du musst dich durch das Repertoire der anderen kämpfen, im positiven Sinn. Da gab es dann auch mal zwei, drei Tage nur mal Gentleman im Auto zu hören, bis du dir mal einen Song rausgesucht hast, den du spielen möchtest. Das war eine sehr interessante Reise.“

‚Sing meinen Song‘ war wie ein freier musikalischer Spielplatz, auf dem man sich austoben konnte.

Wirklich schwer fiel es ihnen aber nicht, die Songs der Kollegen neu zu interpretieren, wie Stefanie verrät: „Es war eigentlich sehr locker, weil du ja sehr viel Freiheiten hattest. Du konntest quasi machen was du willst. Dadurch, dass alle Künstler ihr „Go“ gegeben
haben, konntest du auch umtexten, wenn du Bock hattest. Du musstest dich nicht an das Original halten. ‚Sing meinen Song‘ war wie ein freier musikalischer Spielplatz, auf dem man sich austoben konnte.“

Austoben werden Silbermond sich auch auf der Volksbank BraWo Bühne am 19. August im Raffteichbad. Stefanie und Andreas freuen sich jetzt schon auf das Konzert: „Wir hoffen, dass es ein tolles Konzerterlebnis wird!“

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