Ole Sander Blog – #Wellemachen gegen Plastik

Greenpeace rief zum Kampf gegen die Verschmutzung der Meere auf und organisierte in ganz Deutschland eine noch nie dagewesene Sammelaktion. Unter dem Motto „Welle machen gegen Plastik“ wurden an unzähligen Gewässern die Ufer von Plastik und sonstigem Müll befreit. Noch nie gab es in Deutschland eine derartige Kampagne zum Schutz unserer Gewässer. Aber dies ist auch dringend nötig, denn kein Material verschmutzt unsere Weltmeere so stark und nachhaltig wie Plastik. Laut Greenpeace gelangen jedes Jahr bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik in unsere Meere – eine fast unvorstellbar große Zahl!

Da ich seit Jahren sehr engagiert gegen den völlig ausufernden Plastikkonsum kämpfe, selber (fast) plastikfrei lebe, in meiner Freizeit Menschen sowohl über die gesundheitlichen Folgen, als auch über die fatalen Konsequenzen für die Umwelt aufkläre, kam mir diese Aktion natürlich wie gerufen. Als Gruppenkoordinator von Greenpeace Braunschweig organisierte ich sofort eine Sammelaktion in unserer Stadt. In Kooperation mit dem Braunschweiger Stadtputztag, haben wir dann mit unseren Aktivisten den Moorhüttenteich in Volkmarode zugewiesen bekommen und mal so richtig aufgeräumt. Über Stunden haben die Freiwilligen aus den Ortsgruppen Braunschweig und Wolfsburg jeden noch so kleinen Gegenstand aufgesammelt und fachgerecht entsorgt.

Es war wirklich erschreckend, wie viel Müll wir an diesem doch sehr überschaubaren Teich aufgesammelt haben. Die drei von Greenpeace zur Verfügung gestellten und wiederverwertbaren BigPacks waren irgendwann so schwer und voll, dass wir diese nur noch mit dem Auto zum vereinbarten Sammelplatz bringen konnten. Wie verantwortungslos die Menschen mit unserer Natur umgehen, wurde allen Beteiligten erst nach Beendigung dieser Aktion so richtig klar. Viele Gartenabfälle wurden einfach in unmittelbarer Nähe der angrenzenden Grundstücke die Böschung runtergekippt. Das schließt nicht nur Plastikblumentöpfe, die teilweise stark zersplittert und großflächig verteilt waren, sondern auch Säcke für Blumenerde, defektes Werkzeug, eine Schubkarre (!) und Netze ein, in denen sich einst Vogelfutter befand. Am gesamten Teichufer wurden Anglerschnüre, alte Netze und anderer Angelbedarf eingesammelt – eine ganz besonders große Gefahr für Wasservögel, die sich leicht in den reißfesten Schnüren verfangen und so ernsthaft verletzen oder im schlimmsten Fall sogar daran sterben können. An allen Uferplätzen, die zum Sitzen einladen, haben wir große Mengen an Glas- und Plastikflaschen, Kronkorken und Verpackungsmaterialien gefunden. Dabei gab es richtige Mülldepots, wo offensichtlich regelmäßig Abfall in der Natur oder direkt im Wasser entsorgt wurde. Die zahllosen Glasflaschen waren häufig zersplittert, was nicht nur für die heimische Tierwelt, sondern auch für Hunde und spielende Kinder schnell zur Gefahr werden kann.

Des Weiteren fiel den Aktivisten ein ganz besonderes Problem des Teiches ins Auge: An keiner der aufgestellten Sitzgelegenheiten oder zugänglichen Uferstellen gibt es Mülleimer! Selbst die von den Wohngebieten leicht erreichbaren Bänke sind nicht mit solchen ausgestattet, obwohl diese einfach zu leeren wären. Es hat uns erstaunt, dass es am ganzen Teich keine einzige Möglichkeit zur Müllentsorgung gibt. Wenigstens an den beliebtesten Stellen des Sees Mülleimer aufzustellen, könnte die Lage dort erheblich verbessern. Natürlich liegt es in der Verantwortung der Menschen, ihren Müll richtig zu entsorgen, jedoch sollte hier auch die Stadt ganz dringend etwas unternehmen.

Grundsätzlich zeigen unsere Bilder, in welchem zugemüllten Zustand dieser Teich war und wie wichtig solche Sammelaktionen sowohl für unsere Seen als auch die Flüsse sind. Kaum einem Menschen ist bewusst, dass von unseren heimischen Gewässern der ganze Müll ins Meer gelangt. Dort richtet er sowohl für die Tierwelt als auch für die Natur großen Schaden an.

Wir alle können mit der Vermeidung von Verpackungsmaterialien, TetraPacks, Wegwerfplastik, To-Go-Bechern, Einwegtüten, Plastikflaschen und Mikroplastik (in Kosmetika) unseren Beitrag zu diesem Thema leisten. Aber vor allem müssen wir als Menschen endlich die Verantwortung für Handeln übernehmen und keinen Abfall mehr in unsere Natur werfen oder dort liegen lassen.

Zum Schutz unserer Umwelt sollten wir viel häufiger an solchen tollen Aktionen wie dem Stadtputztag oder Greenpeace #Wellemachen Aktionen teilnehmen…