‚Love Hurts‘, ‚Dream On‘, ‚This Flight Tonight‘, mit Songs wie diesen wurde die britische Rockband ‚Nazareth‘ berühmt. Seit unglaublichen 50 Jahren besteht die Gruppe und hat in dieser Zeit unglaubliche 24 Studioalben veröffentlich. Im Oktober erschien „Tattooed on My Brain“, das erste Album mit Carl Sentance als neuem Nazareth-Sänger. Vorgänger Dan McCafferty verließ die Band 2013, seither ist Bassist Pete Agnew (72) das einzige verbleibende Gründungsmitglied. Doch auch in der neusten Besetzung macht die Band munter weiter, geht ins Studio und spielt Konzerte. Gerade sind sie auf großer Jubiläumstour, die sie durch Europa, Nordamerika und sogar bis nach Russland führt. Am Donnerstag, den 13.12.2018 kommen sie nach Wolfenbüttel, wo sie ab 20:00 Uhr in der KuBA-Halle auftreten werden. DRUFF! sprach vorab mit Bassist Pete über die Platte, den neuen Mann am Mikro und die Frage, wie man sich auf Tour fit halten kann.

„Die letzten Jahre nehmen wir uns etwas zurück“, sagt Pete. „2018 spielen wir nur etwa 70 Shows. Vor einigen Jahres waren es immer so 140 oder 150 Konzerte. Das ist sehr ermüdend. So viel will man eigentlich gar nicht spielen, denn dann ist man irgendwie nie so richtig bei der Sache. Jetzt spürt man wieder richtig, wenn man live spielt und das ist ein gutes Gefühlt. Wir haben auch so immer genug zu tun.“ Zudem nehme er sich, so Pete, gerne etwas Zeit, um die Städte zu erkunden: „Auf Tour besteht immer die Gefahr, in einen Modus zu verfallen, in dem man vom Flugzeug in den Bus steigt, mit dem Bus geht´s dann zum Hotel, dann weiter zur Konzert-Halle und so weiter. Es ist aber wichtig, mal raus zu gehen und frische Luft zu schnappen. Außerdem feiern wir natürlich nicht mehr exzessiv, wie früher als wir jung waren. Ältere Rockbands sind halt langweilig“, lacht er.

Die neue Platte „Tattooed on My Brain“ zeigt aber eindrücklich, dass Herren trotz des etwas fortgeschrittenen Alters (Drummer Lee Agnew, Sohn von Pete, ist mit 47 Jahren der jüngste) noch absolut zeitgemäße Rockmusik machen. Der Sound ist fett, aufgeräumt und an keiner Stelle überladen. Das Quartett (Gitarrist Jimmy Murrison ist seit 24 Jahren dabei und komplettiert Nazareth) gibt sich gegenseitig Raum zu Atmen, das Songwriting ist frisch und klassisch zugleich. Vor allem die ersten drei Songs ‚Never Dance with the Devil‘, der Titelsong ‚Tattooed on My Brain‘ und ‚State of Emergency‘ sind Bretter, die man gerne beim Autofahren hört. Danach kommen vermehrt auch Blues- und Country-Einflüsse durch. Das letzte Lied ‚You Call Me‘ singt Pete selbst, es ist das ruhigste Stück auf der Platte. Ansonsten präsentiert natürlich der Neu-Sänger Carl, was seine Stimmbänder so hergeben. Nach 23 Alben, auf denen Dan McCafferty sang, war es sicher ein gewisser Druck, der auf der Band lastete.

Jedoch sagt Pete: „Wir haben uns nicht hetzen lassen. Es gab Leute, die wollten, dass wir eher ins Studio gehen. Inzwischen ist Carl ja schon seit drei Jahren dabei, aber man braucht auch etwas Zeit, um sich kennenzulernen.“ Diese gewisse Ruhe habe sich auch durchaus gelohnt: „Als wir dann aufgenommen haben, war es sehr einfach. Carl ist einer dieser Jungs, mit denen man toll arbeiten kann. Er braucht sehr wenig Versuche, bis die Aufnahme sitzt“, lobt Pete seinen Kollegen.

Auch live werden sie einige Lieder der neuen Platte zum Besten geben: „Etwas Neues ist vor allem für uns schön, weil es sich beim Spielen frisch anfühlt. Es gibt ja viele Stücke, die wir einfach immer spielen müssen. Die Leute kommen vor allem wegen der Songs, die sie gut kennen. Zu viel Aktuelles wollen sie gar nicht hören“. Jedoch sei das Feedback zur neuen Musik gut: „Wir haben sehr gute Kritiken bekommen“, freut sich Pete. Von den Live-Qualitäten der Jungs können sich Rockfans aus Braunschweig, Wolfsburg und der Region am Donnerstag, den 13.12.2018 selber überzeugen, wenn Nazareth ab 20:00 Uhr die KuBa-Halle in Wolfenbüttel rocken werden. Tickets an der Abendkasse oder hier!


Nazareth Live! @ KuBa-Halle Wolfenbüttel

13.12.18

20:00 Uhr