Vielleicht ist es eine Definitionsfrage, doch wann ist ein Musiker eigentlich ein Musiker? Für Max Giesinger sollte das keine relevante Frage sein – denn er ist einer der echten Künstler. Warum? Wir sprachen mit dem Sänger über „Geschrabbel“, erste Auftritte und in Erfüllung gegangene Träume. Max und die Musik – beinah wie eine Geschichte.
Für Max war schon mit 15 Jahren klar, dass die Musik einmal ein fester Teil seines Lebens sein wird. Uns offenbart er im Interview: „Ich hatte auch nicht viele andere Talente. Allein das Ding mit der Musik ist mir irgendwie zugeflogen. Früher habe ich viele meiner Mitschüler darum beneidet, dass sie immer so easy lernen konnten. Ich selbst konnte das aber beim  Gitarrenspielen und Singen. Das war es dann auch, was mir unfassbar viel Spaß gemacht hat!“ So richtig erlernte er sein Handwerk dann als Mitglied in verschiedenen Bands:

„Es haben nur Wenige an der Schule ein Instrument gespielt. – Und mit denen hat man sich dann halt zusammengetan. Da wurde dann einfach nur Musik gemacht. Wobei das erst auch nur so ein Rumgeschrabbel war“,

erinnert sich Max zurück. Gespielt hat der Sänger auch bei den „Deadly Punks“ – „Das hatte aber wenig mit Punk zu tun“, lacht er. Es folgten erste Gigs im Jugendtreff –  Auftrittserfahrung sozusagen. „Ich kann mich da noch genau dran erinnern, dass ich mich  beim allerersten Auftritt gar nicht getraut habe, Ansagen zu machen“,  schmunzelt er.  „Rückblickend war es aber schon eine ziemlich gute Zeit.“

Schon nach dem Abitur fing er an, von der Musik zu leben. Max gibt zu verstehen: „Musiker zu sein, ist eine Lebenseinstellung. Ich sage immer: Wer das durchziehen will, muss sich  gänzlich auf die Musik konzentrieren und kann nicht noch drei, vier Sachen anderweitig machen. Sonst wird es zu diesem Punkt kommen, bei dem man musikalisch durchhängt. Wobei es natürlich auch immer ein gewagtes Unterfangen ist, alles auf eine Karte zu setzen.“

Bei Max aber könnte es kaum besser laufen: Der WM-Hit „80 Millionen“ hielt sich 38 Wochen auf Platz 2 der deutschen Singlecharts, erreichte Platin und bewegte, so ganz nebenbei, eine ganze Nation. Aber auch „Wenn sie tanzt“ machte sein Glück: Ein Ohrwurm, der seit 26 Wochen in den Charts vertreten ist. Es ist ein in Dauerschleife gespielter Radiosong –  wahrscheinlich sogar der Song des Sommers.
Weiter ging es für Max bei der Talentshow „The Voice of Germany“. – „Für mich als  ‚Dorf-Dude‘ war das schon ein Sprung ins kalte Wasser. Aus dieser Erfahrung konnte ich aber so viel mitnehmen“, erzählt er. „Damals wusste ich aber auch noch nicht, wo genau die Reise hingeht. Mal hatte ich Lust auf englische Mucke, dann wieder auf deutschen Gesang. – Alles etwas Larifari. Ich habe dann viel überlegt. Und auch wenn es eine harte Zeit war und es  gedauert hat – ich konnte Fragen klären, wie wer ich bin, was ich eigentlich will und was mein Weg ist. Am Ende muss man sich selbst mit seiner eigenen Musik einen Namen machen!“
Man sollte meinen, es ist endlich das Rock `n`Roll-Leben, von dem Max schon immer geträumt hat. – Lieber Max, ist das so? Er grinst: „Das ist es wohl eher für meine Mitmusiker. Ich muss ja stimmlich durchhalten. Früher war das Feiern ein Highlight auf Tour, aber jetzt nehme ich höchstens mal eine After-Show-Party mit, wenn am nächsten Tag frei ist. Ich  versuche schon, ein gewisses Pensum  durchzuziehen.“ Um – auch seelisch – fit zu bleiben setzt Max auf eine ausgewogene Kombination aus Sport, Schlaf und Ruhephasen. Er ergänzt: „Um sich aber auch nicht vom Erfolg abhängig zu machen oder davon, was andere von einem denken, ist es wichtig, sich einige andere Leidenschaften zu suchen. Und auch wenn es natürlich manchmal anstrengend ist, wache ich morgens auf und freue mich total auf den Tag. Es ist da wichtig, jede Sekunde von diesem verrückten Musikleben zu genießen. Es könnte ja auch sein, dass in ein paar Jahren keine Sau mehr etwas von mir hören will.“ So, wie es aber jetzt ist, war es sonst nur im Traum:

„Ich wollte immer viel unterwegs sein, im Sommer auf den großen Festivalbühnen spielen und mit meinen eigenen Songs, bei denen die Leute im besten Fall auch mitsingen können, gute Stimmung verbreiten. Das alles ist doch tatsächlich zu einem Fulltime-Job geworden.“

 

Jan Böhmermann und die Schimpansen aus dem Gelsenkirchener Zoo
Erst vor Kurzem griff sich Jan Böhmermann in dessen Sendung „Neo Magazin Royale“ Max Giesinger als nächstes Satire-Opfer heraus, parodierte ihn in einem Clip und holte gleich zu einem Rundumschlag gegen den „Echo“ aus. „Gefühle abklappern, Trost spenden, Tiefe  vorgaukeln, Millionen erreichen und verdienen und dabei immer schön unpolitisch und abwaschbar bleiben. Das ist die Art der Musik, die wir bisher nur aus der Nachkriegszeit kannten“, so Böhmermann. Um aufzuzeigen, was in der heimischen Popmusik falsch laufe, benutzte Böhmermann Schimpansen aus dem Gelsenkirchener Zoo, um den Text für den Kritiksong „Menschen. Leben. Tanzen. Welt“ zusammenzusetzen. Eine Beleidigung? – Nicht für Max: „Es liegt auf der Hand, dass einige Leute nicht gut finden, was man selbst macht. Ich habe mich aber auch schon darauf vorbereiten, dass da etwas in solcher Form kommen wird. Dass es dann Böhmermann war, der auf seine eigene humoristische Art und Weise ein Video drehte, fand ich schon witzig. Was ich halt weiß: Meine Texte kommen an. Ich bekomme täglich Nachrichten von Leuten, denen meine Songs eine Menge geben und sie im Alltag begleiten. Daran sehe ich nichts Verwerfliches.“ Er fährt fort: „Ob ich dann auch meine Texte allein oder mit Unterstützung anderer schreibe, macht sie ja nicht unpersönlicher. Da stecken echte Geschichten dahinter. Ein so großes Publikum zu haben, wie ich es momentan habe, zeigt mir dann aber auch, dass ich irgendwas richtig machen muss.“

Max ist eben einer, der sich nicht verstellt, zu sich und seiner Musik steht. Einer, der so ist, wie
er nun mal ist. Und das hört man auch in seiner Musik.


Ein perfekter Spagat zwischen Ordnung und Chaos in unserem Quadrat!
Am Donnerstag, dem 10. August, wird Max zum ersten Mal in Salzgitter auftreten. Was wir im Rahmen des Kultursommers erwarten können, verrät Max schon jetzt: „Eine super Rockshow! Seit fast sechs Jahren machen wir jetzt gemeinsam Musik, meine Band und ich. Die Leute werden das auch hören. Dabei sind wir nämlich wie eine eingeschworene Family! Und: Wer uns schon mal live gehört hat, kann sich darauf einstellen, dass es dieses Mal noch eine Ecke rockiger werden wird. Dazu scheue ich auch den Kontakt zum Publikum nicht und gehe schon mal direkt in die Crowd rein.“ Was noch?

„Die Leute sollen auf jeden Fall etwas
Bock haben mitzusingen und mitzutanzen!“

… Das sollte doch kein Problem sein!

An alle Interessierten: Es gibt nur noch wenige Karten! Wer doch noch eine ergattert, für den geht es ab 20 Uhr los!

 

Max Giesinger:
Facebook: maxgiesinger
Kultursommer Salzgitter:
am 10. August vor dem Städtischen Museum Schloss Salder in Salzgitter