Seit ihrem 2011er Hit ‚Still‘ und dem selbstbetitelten Album im gleichen Jahr sind ‚Jupiter Jones‘ aus der Eifel auf dem Olymp der deutschen Rock-Landschaft angekommen. Umso größer die Überraschung, als die Band im November letzten Jahres ihre Auflösung bekannt gab. Hatten sie doch gerade erst die Trennung von Sänger Nicholas Müller überwunden, Sven Lauer bestens als neuen Mann am Mikrofon integriert und mit ‚Brüllende Fahnen‘ im Jahre 2016 eine Hammer-Platte veröffentlicht. Glücklicherweise versprach die Gruppe, in diesem Jahr nochmal auf große Abschieds-Tournee zu gehen. Eines ihrer letzten Konzerte führt Jupiter Jones nach Wolfsburg, wo sie am 21. Juli beim ‚Sommerfest im Allerpark‘ auftreten werden. DRUFF! sprach mit Gitarrist und Songwriter Sascha Eigner über den schweren Abschied, die letzte Platte und neue Pläne.

„Im Moment sitze ich viel in meinem Tonstudio und arbeite an neuem Material. Damit habe ich schon im letzten Jahr begonnen. Es wird eine Art Solo-Projekt werden. Aus dem Tagesgeschäft von Jupiter Jones konnte ich mich ein wenig zurückziehen, da wir uns ja auflösen werden und dort keine neuen Dinge hinzukommen. Das gibt mir Zeit und Energie, mich auf diese kreative Arbeit zu konzentrieren“, sagt Sascha über sein derzeitiges Schaffen.

Die Entscheidung, mit Jupiter Jones aufzuhören sei vor allem ihm sehr schwergefallen: „Wir haben viele Monate diskutiert und nachgedacht. Die Hälfte von uns, mich eingeschlossen, wollte weitermachen, die anderen nicht. Ich hätte gerne weitergekämpft, um das was wir in den 16 Jahren aufgebaut haben, am Leben zu halten. Wir haben ja auch vorher alle möglichen Probleme überwunden. Mir fällt es super schwer, weil ich in all den Jahren immer mit viel Herzblut dabei war.“

Als Gitarrist und Songwriter war er nicht nur maßgeblich am musikalischen Erfolg der Band beteiligt, sondern übernahm auch große Teile der organisatorischen Arbeit: „Ich bin einfach ein organisierter Typ, deshalb hat das gut funktioniert. Auch diese Dinge habe ich immer gerne gemacht. Obwohl ich sagen muss, dass ich Musik mache, um auf Bühnen zu stehen. Das ist mein Antrieb, besonders wenn ich in fröhliche Gesichter im Publikum blicken darf.“

Von 2011 bis 2014 spielten Jupiter Jones über 100 Konzerte und veröffentlichten zwei sehr erfolgreiche Alben. Doch Sänger Nicholas Müller kämpfte schon seit Jahren mit einer Angststörung und musste die Gruppe schließlich in dieser wichtigen Phase verlassen. Als neuer Sänger kam Sven Lauer, ein Freund der Band und zuvor schon Sänger in der Hamburger Elektropunk-Combo ‚Caracho‘.

Mit ihm gingen Jupiter Jones schon bald darauf wieder auf Tour: „Das hat sich beinahe vom ersten Moment an gut und normal angefühlt. Als Musiker ist man aber auch einfach daran gewöhnt, sich auf Veränderungen einzustellen. An das erste Konzert mit Sven kann ich mich noch sehr gut erinnern. Kurz bevor wir auf die Bühne gegangen sind, waren wir natürlich alle sehr nervös. Aber nach 2 oder 3 Songs ist der Knoten geplatzt und das Publikum fing an, eine echte Connection mit Sven als neuem Sänger aufzubauen.“

Kurz darauf gingen Jupiter Jones mit Lauer ins Studio und nahmen mit ihm ‚Brüllende Fahnen‘, den sechsten Longplayer der Gruppe auf: „Damit sind wir wieder ein wenig zu den Wurzeln der Band zurückgekehrt. Weniger Pop und mehr rohe Rockmusik. Im Live-Kontext funktioniert so eine Rock-Platte auch ganz toll und macht wirklich Spaß“.

Während der laufenden Abschieds-Tournee machen die Songs von ‚Brüllende Fahnen‘ den größten Teil der Setlist von Jupiter Jones aus, sodass auch das Wolfsburger Publikum einiges von dieser Platte zu hören bekommen wird: „Wir freuen uns sehr auf die Konzerte. Wir werden nochmal ordentlich Gas geben“, sagt Sascha.

 

Jupiter Jones live – Sommerfest im Allerpark

Sa, 21.07.18

ab 11:00 Uhr