Mehr als zehn Jahre beglückt uns der Berliner Friedrich Kautz, besser bekannt als Prinz Pi, nun schon mit poeti­schen Texten, stimmigen Auftritten und einem krassen Album nach dem anderen. DRUFF! traf ihn in seinem Studio in Berlin, um über sein neuestes und bestes Werk, ganz besonderes Merchandise und Originale zu sprechen.

„Das Album heißt ‚Nichts war umsonst‘ und es ist, darauf schwöre ich euch Stein und Bein, das geilste Prinz-Pi-Album ever geworden.“ Das verkündet Prinz Pi nicht nur in einem offiziellen Video auf seinem YouTube-Kanal ‚Keine Liebe‘, sondern auch schon zwei Wochen zuvor auf dem Tollwood Festival in München. Im November ist es endlich so weit: Nach drei Nummer #1 Alben in Folge und der Goldenen Schallplatte für „Kompass ohne Norden“ erscheint das beste Prinz-Pi-Album. Dabei ist das mit dem ‚besten‘ nicht nur einfach so daher gesagt, sondern ganz bewusst ausgespro­chen: „Eigentlich sollte das neueste Album ja immer das beste sein“, erzählt er lachend. „Aber es ist so, ich habe dafür mit Produzenten zusammengearbeitet, mit denen ich ganz früher schon mal Musik gemacht habe, das sind Vincent Stein und Konstantin Scherer. Die beiden kennen meine Musik schon so lange und wir wollten jetzt einfach noch mal ein Album zusammen machen – das ultimative Prinz-Pi-Album. Eines, das dich als Künstler richtig auf den Punkt bringt. So ein bisschen als wärst du Porträtmaler und sagst zu jemandem: ‚Wenn ich jetzt ein Bild von dir male, dann male ich dich so typisch, wie du einfach bist. So wie jeder deiner Freunde sagen würde: Das ist er, wie er leibt und lebt’. Das war so ein bisschen die Idee dahinter“, erklärt Friedrich.

Bilder malt auch der Rapper mit seinen fast schon poetischen Texten. Im Gegensatz zu Künstlern, bei denen die Beats im Song das Essenzielle sind, die beim Feiern durch die größten Boxen gepumpt werden, und deren Texte bloß ein stimmiges Plus sind, ist es bei Prinz Pi genau anders herum. Deswegen funktionieren seine Songs auch so gut als akustische Versionen, wie der Piano Version des neuen Albums. Zusammen mit dem Berliner Künstler BRKN am Klavier rücken seine Texte so in den Mittelpunkt und unterstreichen noch einmal mehr ihre Bedeutung. Friedrich bestätigt: „Meine Alben sind für mich immer wie ein Tagebuch. Ich gebe meine persönliche Sicht, meine Erleb­nisse und Privates im Text wieder, das bin einfach ich als Künstler. Bei diesem Album wollten wir dann Themengebiete, über die ich schon viel gesagt habe, die quasi Steckenpferde von mir sind, ein­fach mal ultimativ abschließen.“ Die Piano Version ist übrigens in der Omega Box enthalten, der „geilsten Box für mich, meine Musik und meine Fans“, so Pi.

Neben der Zusammenarbeit mit altbekannten Produzenten findet ihr auf dem neuen Album auch Features mit einem neuen Ge­sicht. Mark Forster, die Pop-Sensation aus dem Radio, fügte eini­ge Zeilen zu einem für Prinz Pi ganz besonderen Stück hinzu. „Für mich ist der Song thematisch extrem wichtig. Er spricht für die Außenseiter, diejenigen, die in der Gesellschaft nicht so akzeptiert sind, und sagt, du bist jetzt vielleicht derjenige, auf den sie herun­tergucken, weil du anders bist. Aber irgendwann bist du mal der Typ, der daraus Stärke gewonnen hat“, erklärt Friedrich, der sich manchmal selbst als Außenseiter in seinem eigenen Genre sieht. Von welchem Lied hier die Rede ist? „‚Original’. Dieses Wort ist in einer Welt, die zu 80 % nur aus Kopien besteht, sehr wichtig. Die, die eigene Ideen haben, an die sie glauben, und nicht nur ein Zitat von schon mal Dagewesenem sind, haben eine Stärke. Und die muss man sich bewahren. Als Mark ins Studio kam und den Song gehört hat, musste er einfach darauf singen und ich fand, das hat so Sinn gemacht. Er bringt seine frische Energie in den Song und das finde ich geil“, erklärt Pi begeistert.

Insgesamt füllte Friedrich Kautz 14 Alben mit seiner, so könnte man meinen, ganz eigenen Interpretation von deutschem Rap. Die Texte behandeln eher weniger Gewalt, Drogen und Sex, viel­mehr immer mehr gesellschaftskritische Ansätze, das Reflek­tieren vom eigenen Scheitern, die Liebe und die Glücksgefühle, wenn es einfach läuft. Natürlich macht er dabei auch einen ganz eigenen Werdegang durch, er erläutert: „Dieses Album, ‚Nichts war umsonst’, ist quasi der aktuelle Stand von meiner künstleri­schen Entwicklung. Blickt man zurück, ist es schön, seine bishe­rige Lebensgeschichte zu reflektieren. Ich habe aus zehn Jahren je einen Song ausgewählt, der Weichen gestellt und mich in eine bestimmte Richtung gedrückt hat.“ Diese Songs findet ihr mit dem Album Release als ‚Best-of 10 Jahre Prinz Pi’ ebenfalls in der Omega Box. Die ein oder anderen lässt das Best-of vielleicht selber an vergangene Zeiten in ihrem Leben zurückdenken.

Des Weiteren erscheint mit dem neuen Album auch eine ganze Reihe an neuem Merch, T-Shirts, Pullover, aber auch ein ganz besonderes Keypiece, das der Prinz höchstpersönlich entworfen hat. „Wenn man heutzutage noch ein Produkt beziehungsweise eine CD kauft, finde ich es wichtig, dass man dafür richtig belohnt wird“, erklärt Pi seine Idee. So bekommt jeder, der das neue Al­bum, die Box oder das Merch zum Album kauft, eine Münze im Format einer Deutschen Mark dazu. Dahinter stehen nicht etwa politische Beweggründe. Friedrich erklärt: „Meine Musik hören vielleicht Leute, die sich traurig fühlen oder die etwas brauchen, das sie aufbaut und ihnen irgendwie Kraft gibt. Es geht viel darum, als Künstler einen Fixpunkt darzustellen, eine Art Anker. Und für mich symbolisiert diese Mark genau das – Verlässlichkeit. Das möchte ich für meine Fans eben auch sein, ein sicherer Einsatz. Eine Marke, in diesem Fall eine Mark, auf die sie sich verlassen können.“

In jedem Fall könnt ihr euch darauf verlassen, dass euch dieser Künstler mit seinem jetzigen Album wortgewandter und facet­tenreicher als je zuvor begegnen wird. Ab dem 03. November 2017 könnt ihr „Nichts war umsonst“ in euren Händen halten, dabei seine Mark um den Hals tragen und vielleicht nachvollzie­hen, warum es das beste Prinz Pi Album bisher ist.