Es ist wieder Zeit – Zeit für die Poetry-Slam-Landesmeisterschaften 2017 in Niedersachsen und unsere Region trägt sie als einzige im Landkreis nun schon zum wiederholten Male aus. DRUFF! traf sich deswegen mit Patrick Schmitz, einem der schlauen Köpfe hinter dem Wettbewerb, um mehr über die diesjährigen Landesmeisterschaften und ihre Highlights zu erfahren.

Eingeläutet werden die Landesmeisterschaften 2017 mit den Vorrunden am 29. September. Diese finden zeitgleich im Roxy Kino in Helmstedt, im LOT-Theater in Braunschweig und im Hallenbad in Wolfsburg statt. Insgesamt kämpfen 30 Poetry-Slammer, jeweils zehn pro Vorrunde, um den herbeigesehnten Titel. Denn dieser befähigt den Gewinner direkt zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften und sichert ihm meist einige Auftritte für das kommende Jahr. „Die Landesmeisterschaften sind neben den Deutschen Meisterschaften für Slammer schon ein ziemliches Highlight“, bestätigt Patrick, der zusammen mit Dominik Bartels die Vorrunde in Helmstedt sowie das Finale am 30. September in Wolfenbüttel moderieren wird. Über das Schicksal der Kandidaten entscheidet dabei einzig und allein das Publikum, wie Patrick erklärt: „Wir wählen jeweils zehn Fremde aus, die Punktekarten von 1–6 kriegen und die Auftritte bewerten.“

Dabei haben die Slammer zum Überzeugen des Publikums fast alle Freiheiten der Welt, was Inhalt der Texte oder Art und Weise der Umsetzung betrifft. Ein Slammer darf beispielsweise in jeder Sprache performen. Wer viele Punkte schießen will, bleibt aber vermutlich bei deutsch oder englisch. Auch den Themen sind keine Grenzen gesetzt. Vom Best-of aus dem linken Kontext der politischen Diskussion, Coming-Of-Age-Storys über Texte, die einen vor lauter Lachen zum Weinen bringen und umgekehrt, bis hin zu dadaistischen, augenscheinlich flachen Texten, ist alles erlaubt und gewünscht. „Alles, was anders ist, ist großartig. Die Slammer können natürlich vortragen, worauf sie Bock haben. Meistens sind das Texte, die bei vorherigen Slams gut gelaufen sind“, berichtet Patrick Schmitz. „Die einzige Regel hier ist, dass man keine Texte vortragen darf, die schon einmal an einer Meisterschaft teilgenommen haben.“

Einfallsreichtum und Improvisation sind dabei also das A und O, denn die Slammer können außerdem erst unmittelbar vor dem Auftritt entscheiden, welche Text sie zum Besten geben werden. „Wenn alle Slammer vorher Mitmach-Texte vorgetragen haben, ist das Publikum durch, das kann man dann nicht noch mal bringen“, erklärt Patrick. „Dabei sind die Plätze schon sehr hart umkämpft“, erzählt er weiter.

 
Wer alles auf der Bühne zu sehen ist, hängt teilweise von den nominierungsberechtigten Slams ab, denn diese können ihre Favoriten schicken. Da die Beliebtheit des weltweit erfolgreichsten Literaturformats mit den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat, können dieses Mal leider nicht alle nominierten Slammer teilnehmen. Auf jeden Fall mit dabei sind nationale Größen wie Sebastian Hahn, der einzige Niedersachse, der bisher in jedem Finale war, sowie außergewöhnliche und vielleicht gerade deswegen beliebte Slammer wie Marcel Pollex und Ole Splitter aus Braunschweig. Moderiert wird das Ganze wie immer von bekannten Gesichtern der Szene und klar ist auch, dass sich der Titelverteidiger Florian Wintels unter den Kandidaten befinden wird. Ob ihm jemand die niedersächsische Poetry-Slam-Krone entreißt, erfährst Du am 30. September beim Finale. Mit je drei Gewinnern aus den drei Vorrunden wird das spannende Stechen in Wolfenbüttel stattfinden. Neben echt unterhaltsamen Slams kannst Du Dich auch auf einen kleinen Street-Food-Market vor dem Lessingtheater als Veranstaltungsort und eine After-Show-Party im Café Riptide in Braunschweig freuen.

Wer jetzt so richtig Bock auf einen Abend voller ausgelassener Stimmung und literarischer Glanzstücke hat, sollte sich schnell die restlichen Karten in den gültigen Vorverkaufsstellen oder im Internet holen! Mehr Infos findest Du dazu auch unter poetry-slam-braunschweig.de/tickets.

Wir freuen uns schon. Und worauf freut sich Patrick Schmitz am meisten? „Na auf die After-Show-Party!“