„Ich finde es in Ordnung, wenn mich Leute nicht gut finden.“

Luke Mockridge hat es mit gerade einmal 28 Jahren geschafft, den Olymp der deutschen Comedy zu erklimmen. Man könnte meinen, es wäre dem kleinen Luke schon in die Babywiege gelegt worden, denn schließlich sind seine Pateneltern keine Geringeren als Comedy-Urgesteine Hella von Sinnen und Dirk Bach.

Seine Eltern Bill Mockridge und Margie Kinsky ließen ihren Sohn schon früh am Kabarettisten-Dasein teilhaben. „Da meine Eltern ein Comedytheater in Bonn haben, bin ich eigentlich mein ganzes Leben lang auf Inszenierung und Comedy geeicht worden“, erinnert sich Luke zurück. „Sie sprachen immer über Gags, über Sketche, über witzige Ideen oder darüber, warum etwas witzig ist. Wenn du das von klein auf einfach immer mitbekommst, dann tickst du irgendwann genauso. Ich habe Comedy nie wirklich konsumiert, sondern tatsächlich sofort analysiert und das schon im ganz jungen Alter.“

Der frühe Kontakt mit der Comedy hat sich mittlerweile mehr als ausgezahlt. Ausverkaufte Tourneen und eine eigene TV-Show sind das Ergebnis. Dabei lief nicht alles am Anfang seiner Karriere reibungslos ab, wie er verrät: „Mein erster Live-Auftritt war tatsächlich eine absolute Katastrophe. Ich bin in Köln auf eine Open-Mic-Night, also eine offene Bühne, gegangen, habe mich mit falschem Namen angemeldet, völlig anonym und niemandem Bescheid gesagt. Dort habe ich fünf Minuten in die absolute Stille hineingespielt. Die fünf Minuten, die danach kamen, wurde ich vom Publikum ausgelacht, weil es einfach so schlecht war. Ich hatte aber einen Lacher darin, der echt und authentisch war. Auf dem habe ich dann meinen zweiten Auftritt aufgebaut und dann wurden aus dem einen Lacher zwei und aus zwei wurden drei, dann irgendwann mal vier, fünf und so wurde ich dann von Auftritt zu Auftritt sicherer und besser.“

„Der Kopf ist immer die Antenne, die Comedy-Antenne, und saugt alles auf.“

Die Ideen für sein Bühnenprogramm nimmt er aus den Situationen, die sich in seinem Leben ergeben. „Ich laufe tatsächlich die ganze Zeit durchs Leben, schreibe mir Ideen in mein Handy und mache mir Notizen. Der Kopf ist immer die Antenne, die Comedy-Antenne, und saugt alles auf“, erklärt Luke seine Arbeitsweise zur Gag-Findung.

Auch sein aktuelles Bühnenprogramm „Lucky Man“ bezieht sich auf Lukes Leben. Um genau zu sein auf seine Generation, die Kids der 90er-Jahre. „Man kann sie auch als Generation Y bezeichnen, also die Leute in meinem Alter, die jetzt Mitte/Ende Zwanzig sind und mit dem Leben klarkommen müssen“, erzählt Luke. „Sie müssen Entscheidungen treffen, erwachsen werden, wollen aber trotzdem irgendwie noch kindlich unterwegs sein. Identitätssuche ist ein großes Thema. Wie ist man in Social Media unterwegs? Was für eine Rolle spielt das? Wie kann es einhergehen, wenn seine Großeltern sich mit 16 kennengelernt haben und jahrelang zusammen sind und ich tinder mich durch die Gegend? Es geht also so ein bisschen um die Ups and Downs und die Tücken des Erwachsenenlebens als eigentlich noch recht kindliche Person.“

Sein Humor gefällt vielleicht nicht jedem, aber das findet Luke auch nicht tragisch: „Das ist ja Geschmackssache. Ich finde es in Ordnung, wenn mich Leute nicht gut finden. Leute, die mich platt finden, geben mir auch einen Anreiz, über Dinge nachzudenken, Sachen vielleicht zu ändern, infrage zu stellen. Kritik und Anregung finde ich immer spannend. Als Künstler muss man das immer aufsaugen.“

Seine Auszeichnungen sprechen in diesem Fall für ihn. Erst letztes Jahr erhielt er die „1 Live Comedy-Krone“ und zuvor im Jahr 2013 sowohl den Deutschen Comedy Preis als „Newcomer“ als auch den Negativpreis „Pascha des Monats“, den er mit einem Augenzwinkern annahm. „Ich war sehr gerührt und habe das im Urlaub mitbekommen, per SMS. Da hieß es: ‚Du bist in der ‚Emma’‘, was ich erstmal sehr lustig fand“, lacht Luke. „Ich kannte die ‚Emma‘ nicht und habe mich quasi mit diesem Preis eingereiht in die Liga solch toller Leute wie dem Dalai Lama. Also einmal im Monat wird von denen ein Pascha gewählt. Ich fand das sehr lustig und habe es mit viel Humor genommen. Danke ‚Emma‘ für diese Auszeichnung.“

Was können wir wohl in Zukunft noch von Luke erwarten? „Mein Ziel für die Zukunft ist einfach, weiterhin zufrieden und glücklich zu sein“, erklärt er. „Ob das dann noch in Hallen ist oder irgendwann mal mit irgendwelchen Filmprojekten oder mit Musik zu tun hat, weiß ich noch nicht. Aber ich werde immer irgendetwas machen, was mit dem Kunstbereich zu tun hat. Solange ich zufrieden bin, habe ich alles erreicht, was ich erreichen möchte.“

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