Das Herz aus robustem, rauem Holz mit ganz eigener Maserung, die Seele aus feinen, bunten Fäden. Die Bilder, die daraus entstehen, sind individuell wie wohl die Begründer selbst auch: Drei Braunschweiger Jungs, die die Liebe zur Kreativität und Handarbeit mit Naturstoffen verbindet. Gemeinsam gründeten Julian Schmitz, Paul Duczek und Jacek Lawik das Start-up-Unternehmen „Holz & Faden“ und produzieren seit Dezember 2016 hochwertige Fadenbilder.


„Alles hatte im Rahmen der diesjährigen Pop Up-Galerie in der Vielharmonie angefangen – dafür entwarf und fertigte ich die ersten Fadenbilder. Schon im Vorfeld und auch während der Ausstellung fanden die Bilder dann einen so großen Anklang, dass auch unsere eigene Begeisterung für die Schönheit der Bilder stetig wuchs. Bei einem unserer regelmäßig stattfindenden Männerabende überlegten wir dann, das Produkt weiter auszubauen“, erzählt Paul Duczek. „Gesagt, getan. Fortan drehte sich in unserem Leben neben Familie mit Kind, regulärer Vollzeitstelle und Masterstudium alles um das Thema ‚Holz & Faden‘. Aber wir sind nun mal jung und frisch“, ergänzt Julian Schmitz.

Vielleicht mögt Ihr Euch beim Anblick der „Holz & Faden“-Bilder an den eigenen Werkunterricht zurückerinnern. „Tatsächlich sind wir darauf schon von Lehrern angesprochen worden, die selbst eine ähnliche Fädeltechnik im Unterricht praktizieren“, lacht Julian. „Dabei handelt es sich um ein Relikt aus den 70er-Jahren, das sich ‚String Art‘ nennt. Die Nägel werden tiefer in das Holz geschlagen und auch nur einmal von einem dickeren Garn umwickelt. Bei uns hingegen werden die Nägel unzählige Male vom Faden miteinander verbunden. – So entsteht ein dreidimensionaler Effekt, der das Bild aus jedem Blickwinkel und mit unterschiedlichem Lichteinfall stets anders aussehen lässt.“

„Wir selbst sind aber nicht in der Kunst beheimatet“, ergänzt Jacek Lawik. Der Fokus, so muss verstanden werden, liegt bei „Holz & Faden“ vor allem auf der Liebe zur Handarbeit, die die Jungs verkörpern wollen. Was dahinter steckt, sind Werte wie Persönlichkeit, Transparenz der Arbeitsschritte und Regionalität. „Generell sind Vintage und Retro ja derzeit beliebte Einrichtungsstile – Shabby Chic, Upcycling und Omas Couch erleben ihre Renaissance. Die Menschen legen dazu immer mehr Wert auf die Herkunft der Produkte. Zu wissen, woher und von wem das Produkt kommt, scheint eine immer größere Bedeutung in unserer Gesellschaft zu bekommen. Diesen Trend erkennen wir natürlich auch in Braunschweig“, erklärt Julian. Trends, die sich nicht nur größter Beliebtheit erfreuen und gut aussehen, sondern vor allem einen grünen Abdruck hinterlassen: Kostenreduzierung, neue Vermarktungsmöglichkeiten und die Einsparung natürlicher Ressourcen sind nur einige der vielen Vorzüge. Besonders junge Menschen verwenden bereits alte Obstkisten, Paletten, Weinflaschen oder Rohre, um daraus neue Produkte für die Innen- und Außeneinrichtung zu schaffen. „Genau diese ‚aus-alt-mach-neu-Geschichte‘ wird auch primärer Gegenstand der neuen Kollektion sein“, verrät Paul schon mal. Geschickt eingefädelt: Das vielleicht Schönste an den Bildern von „Holz & Faden“ ist, dass jeder Produktionsschritt von Hand geschieht. So Paul: „Wir könnten die Bilder ja auch industriell herstellen lassen – aber darum geht es bei uns nicht.“

„Wir denken, dass das etwas echt Großes werden kann!“

Vier Motive in zwei Größen und zehn unterschiedlichen Farbvarianten gibt es bei den Braunschweiger Jungs bereits zur Auswahl. Da erst einmal kein eigenes Ladengeschäft geplant ist, sind sie das ganze Jahr auf Handwerks- und Kreativmessen anzutreffen.

Zum Shop: www.holzundfaden.de