Einer der Aussteller der diesjährigen vocatium-Messe ist die Firma HOFFMANN Maschinen- und Apparatebau aus Lengede. Das Unternehmen stellt Filteranlagen für Kühlschmierstoffe her und ist in diesem Bereich auf der ganzen Welt vertreten. In der Branche geht es vor allem um Recycling von Betriebsstoffen. An insgesamt drei Standorten bildet Hoffmann aktuell 25 Azubis in sieben gewerblichen, technischen und kaufmännischen Berufen aus. DRUFF! traf die angehende Konstruktionsmechanikerin Celine Helmerich (19) und Industriekauffrau Albulena Gashi (21) zum Interview und sprach mit ihnen über Ausbildung, Zukunftspläne und weibliche Azubis in Handwerk und Industrie.

„Da gibt es auf jeden Fall noch großen Verbesserungsbedarf“, beschreibt Celine ihre Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz. „Ich wollte schon seit längerer Zeit eine Ausbildung in einem Metallberuf machen und habe auch sehr viele Bewerbungen geschrieben. Aber viele Firmen wollen einfach keine Frauen ausbilden.“ Auf Nachfrage bekam sie häufig fadenscheinige Ausreden: „Zum Beispiel habe ich oft zu hören bekommen, dass es in den Betrieben keine sanitären Anlagen für Frauen gibt.“ Bei Hoffmann erhielt sie eine Zusage und kann nun ihren Traum verwirklichen.

Die Firma bemüht sich mit ihrer Personalpolitik darum, vermehrt weiblichen Azubis im gewerblichen Bereich eine Chance zu geben. „Nach der Ausbildung würde ich gerne meinen Techniker machen und einen Ausbilderschein. Auch um später mit meinen Erfahrungen Frauen in der Ausbildung zu unterstützen“, sagt Celine. Die Firma Hoffman bildet außer in Konstruktionsmechanik noch in vielen weiteren Bereichen aus, zum Beispiel Zerspanung, Elektronik, IT oder ganz branchenspezifisch in Kältemechatronik.

„Es gibt viele unterschiedliche Facetten im Betrieb“, sagt Industriekauffrau Albulena Gashi, „und im Rahmen meiner Ausbildung durchlaufe ich im Grunde jeden Bereich des Unternehmens einmal. Dadurch versteht man die Zusammenhänge sehr gut.“ Was die Stärken dieser offenen Herangehensweise angeht, sagt sie weiterhin: „Wenn ich zum Beispiel einen Text über ein Produkt schreibe, kann ich in die Werkstatt gehen und es mir anschauen. Dann kommt noch jemand hinzu, der mir die genaue Funktionsweise erläutert, was natürlich einen ganz anderen Zugang zur Thematik schafft.“ Ohnehin sagt sie, werde sie im Betrieb sehr ernst genommen: „Ich fühle mich nicht als kleiner Azubi, sondern arbeite richtig mit. Ich habe Kontakt zu Kunden, ich organisiere und gestalte mit. Das gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden.“

Dies, sagt sie, sei sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass es sich bei Hoffmann um einen relativ kompakten Betrieb handelt. Celine ergänzt: „Unser Chef, Herr Hoffmann, kennt jeden Mitarbeiter mit Namen. Er erkundigt sich nach dem Stand der Ausbildung und fragt auch, wie es mit der Zufriedenheit im Betrieb aussieht.“ Insgesamt sehen beide in der Größe des Unternehmens einen echten Vorteil: „Vor allem sorgt das für ein angenehmes Betriebsklima“. Um den Azubis die Möglichkeit zu geben, sich gut in die Strukturen einzufügen, veranstaltet die Firma regelmäßig Azubitage mit Seminaren zu unterschiedlichen Themen. „Das wiederum wird von Azubis organisiert, die schon etwas weiter fortgeschritten sind“, sagt Albulena. „Ich zum Beispiel habe das Ganze dieses Jahr als Projekt mitbetreut.“ Was ihre berufliche Perspektive angeht, sagt sie: „Ich will mich weiterbilden. Ich denke, dass auch der Betrieb mir da einige Möglichkeiten bietet.“

Auf der vocatium-Messe habt Ihr am Stand von Hoffmann dann die Möglichkeit, Euch selbst ein Bild von der dortigen Ausbildung zu machen.