„In der Regel ist Bouldern selbsterklärend“, sagt Martin, Betreiber des Greifhauses in Braunschweig. Nach einer kurzen Einweisung am Tresen, an dem man sich auch die passenden Kletterschuhe ausleihen kann, kann es auch schon losgehen. An den in neun verschiedenen Farben gefärbten Bouldern bouldert man sich an der Kletterwand bis nach oben, dabei gibt Euch die Farbe den Schwierigkeitsgrad an und die Strecke vor. Oben angelangt, springt Ihr entweder auf die Matten unter Euren Füßen oder klettert den Weg wieder zurück. Danach könnt Ihr Euch an der nächsten Schwierigkeitsstufe probieren und so weiter.

Jetzt bekommt die 2013 eröffnete Boulderhalle Zuwachs. Nach dreieinhalb Jahren wird das Greifhaus an der Hamburger Straße nun um 400 m² Boulderfläche erweitert. Damit befindet sich demnächst hier in Braunschweig die größte Boulderhalle Niedersachsens und hinter Hamburg die zweitgrößte Norddeutschlands. „Diese Nachbarhalle ist glücklicherweise gerade frei geworden und stellt die Erweiterung der jetzigen Halle dar. Ungefähr das Gleiche, was drüben ist, kommt hier noch mal rein, ein bisschen mehr sogar“, erzählt Martin. „Dabei wird ein Bereich getreu der Norm 4,50 m hoch werden, in der jetzigen Halle ist die Anlage nur 4 m hoch.“

Damit bietet die neue Halle also mehr als das Doppelte an Kletterfläche. Besonderes wie ein ganz neuer Boulderbereich, eine Art frei stehendes Schiff, das sich quer durch die Halle zieht, ein neuer Seminarraum und insgesamt einfach mehr Platz für ein entspannteres Klettererlebnis, das Spaß macht, gehören ebenso dazu. Martin berichtet: „Den neuen Seminarraum oben kann man mieten, wenn man mit einer Gruppe Trainingsangebote oder Seminare durchführen möchte. Dort werden wir auch über den Klettersport hinaus Yoga- und weitere Fitnesskurse anbieten.“ Auch Veranstaltungen wie Wettbewerbe oder Bouldersessions
können mithilfe des Anbaus verbessert werden. „Mit der Nutzung der großen Fläche kann man parallele Geschichten wesentlich besser anbieten. Dann nervt es auch keinen, dass es ein bisschen lauter oder voller ist, weil es sich insgesamt besser verteilt. Bei Veranstaltungen kann man die Hallen aufteilen und in einer den normalen Betrieb weiterlaufen lassen, in der anderen würde man dann eben die Bouldersession machen.“

„Vor allem geht es darum, dass wir den Luxus der größeren Boulderfläche und somit die Qualität für den Kunden steigern“

Das Konzept bleibt allerdings erst mal gleich. Das Team vom Greifhaus bietet Euch zahlreiche Kurse, besonders für Anfänger, um eine erste Idee von den Techniken, vom richtigen Greifen, Treten, Eindrehen und der Schwerpunktverlagerung zu bekommen. Natürlich kann auch auf eigene Faust gebouldert werden. Zwar bietet die neue Halle auch die Möglichkeit, mehr Kurse anzubieten, „[…] aber vor allem geht es darum, dass wir den Luxus der größeren Boulderfläche und somit die Qualität für den Kunden steigern“, erklärt Martin.

Bereits im Januar 2017 hat das Greifhaus intern mit ersten Renovierungsarbeiten angefangen. Beim Abbauen des alten Gehäuses des ehemaligen Fotostudios für Autos, beim Streichen der Halle und auch beim Bauen von Regalen sowie Sitzgelegenheiten und ähnlichem, aus übrig gebliebenem Holz, legt sogar der Chef höchst persönlich mit Hand an, auch wenn Martin sonst für die Organisation des Ablaufs zuständig ist. Der Kletterwandbau wird allerdings von einer speziellen Fachfirma übernommen, damit auch alles niet- und nagelfest sitzt. Nach Verlegen der Bouldermatten und diverser Kleinigkeiten ist dann eigentlich auch schon alles fertig. Bei der geplanten Eröffnung gegen Ende Juni, Anfang Juli 2017 wird auch das Konzept eines internen Wettbewerbs mit 40 speziellen Bouldern, einer Laufkarte und begeisterten Teilnehmern starten.

Wann es endlich so weit ist und die Erweiterung der Halle eröffnet wird, erfahrt Ihr auf Facebook. Bis dahin könnt Ihr das Greifhaus natürlich weiterhin zu den bekannten Öffnungszeiten nutzen.