Hamburg im Jahr 2000 – Die hanseatische Rap-Szene boomt. Hip-Hop-Artists wie Die absoluten Beginner, Samy Deluxe und Fettes Brot tragen den Hamburger Rap über die Grenzen der Hansestadt hinaus. Zu ihnen gehört auch die Gruppe Fünf Sterne deluxe, die im September 2000 mit ihrem zweiten Stu­dioalbum ‚Neo.Now‘ auf Platz 5 der deutschen Musikcharts einsteigen. Fünf Sterne deluxe, das sind Tobi Tobsen, Das Bo, Designer marcnesium und DJ Coolmann, die mit Songs wie ‚Die Leude‘, ‚Ja, Ja… Deine Mudder!‘ und ‚Willst du mit mir geh’n‘, den deutschen Hip-Hop um die Jahrhundertwende prägten. 17 Jahre später erscheint mit ‚Flash‘ das von Oldschool-Fans langersehnte dritte Studioalbum der Gruppe. DRUFF! sprach mit Tobi Tobsen von Fünf Sterne deluxe über die Begriffserklärung des Flashs, die alte Hamburger Hip-Hop-Szene und wieso Ber­lin irgendwann Hamburg den Rang im Hip-Hop ablief.

 „Als wir uns getrennt haben, ist uns klar gewesen, dass wir Fünf Sterne nicht mehr voranbringen, sondern nur das bestätigen wür­den, was wir können. Wir hatten alle Bock auf eigene Sachen. Da war auch kein Streit, sondern eher nach dem Motto: Lasst mal alle erstmal alleine etwas rumflashen“, erzählt Tobi Tobsen von den Gründen für die lange Trennung der Gruppe. Nachdem Das Bo und Tobi Tobsen ihre Solokarrieren bestritten hatten, tra­ten die Jungs in Fünf Sterne deluxe-Formation erstmals wieder im Jahr 2013 gemeinsam auf und verkündeten 2015 bei einem Überraschungskonzert auf dem Reeperbahn Festival, dass sie an einem dritten Album arbeiten würden. Nun ist es endlich soweit und ‚Flash‘ ist im Oktober erschienen und wie vor 17 Jahren ist es wieder mal „Top-Qualität auf hohem Niveau“.

Ihre Mission mit dem Album: den Flash zurückbringen! „Der Flash ist die zentrale Antriebsfeder der Menschheit“, erklärt Tobi den Begriff des Flashs. „Für uns ist es eine ziemlich genaue Beschrei­bung unserer Arbeitsweise. Wir sind keine Mathematiker, die sich vorher ein Gedankenkonstrukt machen, wie der Song werden soll, sondern wir fangen mit irgendwas an. Das kann zum Beispiel auch ein Fehler sein, der irgendwann entstanden ist, und wir for­men den um, so entsteht daraus immer weiter das Gebilde eines Songs oder wir merken nach einer halben Stunde, dass wir die ganze Nummer wegschmeißen können. Diese Art zu arbeiten, hat natürlich auch diesen Begriff des Flashs bei uns geprägt. Es geht immer nur um den Flash. Um die eine zündende Idee, die man in dem einen Moment hat.“

‚Flash‘ lässt einen wieder den Vibe des Hamburger Oldschool- Hip-Hops verspüren. Tobi Tobsen erinnert sich gerne an die glor­reichen Tage der 90er zurück, als Hamburg eine Hochburg des Hip-Hops war: „Wir waren damals auch alle befreundet unterein­ander und hatten das Gefühl, dass wir die Hamburger Hip-Hop- Szene sind! Ich glaube, heutzutage hast du viel mehr Individuen. So was wie damals kann es aber nicht mehr geben, weil wir alle unsere eigenen Wege gegangen sind.“

Grund dafür war unter anderem auch die damals aufstrebende Hip-Hop-Szene aus Berlin, die mit Aggro Berlin eine neue Ära des Deutsch-Raps einläutete und das Ende der Hamburger Dominanz im Hip-Hop besiegelte. „Es war damals schon selbstverschuldet. Wenn etwas zu lange erfolgreich in sich selber brodelt, kommt dann irgendwann nichts mehr Interessantes raus. Daraus lösen sich dann natürlich auch einige. Es gibt dann fünf Jahre diesen Trend und fünf Jahre einen anderen Trend. Wenn du da nicht be­reit bist weiterzugehen, wird es dich einfach wegspülen. Das ist wahnsinnig vielen Leuten passiert, weil sie Deutsch-Rap zwar befüttert, aber nicht weitergebracht haben“, schildert Tobi Tobsen seine Eindrücke von damals. „Es gibt Leute, die können ihre Mu­sik so konzipieren, wie es gerade passt, aber dafür sind wir nicht schlau genug (lacht). Bei uns muss es einfach aus dem Bauch heraus kommen.“

Dank den Beginnern und nun auch Fünf Sterne deluxe wird der Hamburger Oldschool-Hip-Hop wieder in die Köpfe der Men­schen gerufen. Vom neuen Fünf Sterne deluxe-Album könnt Ihr Euch ab dem 06. Oktober selbst überzeugen!