Festival Theaterformen

Alljährlich findet das beliebte Festival Theaterformen abwechselnd in Braunschweig und Hannover statt. In diesem Jahr bietet wieder unsere Löwenstadt die Bühnen für ein internationales Theaterprogramm an. Vom 07. bis 17. Juni wird die Stadt zur Bühne und bietet eine große Brandbreite an Theaterkunst. DRUFF! sprach im Vorfeld mit der künstlerischen Leiterin Martine Dennewald über das Festival.

Die Eröffnungsproduktion des diesjährigen Theaterformen Festi­vals trägt den Titel ‚Saigon‘ und ist von Caroline Guiela Nguyen. In dem Stück wird die tragische Historie Vietnams im Bühnenbild eines vietnamesischen Restaurants behandelt. Nguyen selbst ist die Tochter einer vietnamesischen Emigrantin in Frankreich, die die Lebensgeschichte ihrer Mutter als Anregung für ihr Stück nahm. ‚Saigon‘ spielt in zwei Zeiten. Zum einen im Jahr 1956, dem Jahr, in dem zahlreiche Franzosen Vietnam verlassen mussten und 1996, als ausgewanderte Vietnamesen wieder in das Land gelassen wurden. Eine mitreißende Geschichte über persönliche Schicksale und zerrissene Familien, die mit dem Verlust der Hei­mat einhergehen.

Damit startet das Festival seine Spielzeit in Braunschweig. „Wir sind wie das Tor zur Welt“, erklärt Martine den Geist des Festivals Theaterformen. „Wir wollen den Zuschauern zeigen, was es alles auf der Welt gibt. Das ist natürlich sehr hochgegriffen (lacht). Wir haben dieses Jahr 17 Produktionen, die in Braunschweig gezeigt werden. Damit kann man nicht die ganze Welt widerspiegeln, aber über die Jahre, die es das Festival schon gibt, funktioniert es ganz gut.“ Dieses Jahr sind Produktionen aus Australien, Deutschland, Frankreich, Japan, Kanada, Kenia, der Republik Kongo, Mosambik, den Niederlanden, Nigeria, Portugal, Ruanda, Südafrika, dem Ver­einigten Königreich und Vietnam vertreten.

Gerade durch den bunten internationalen Mix beim Festival Thea­terformen, sind Martine und das Team stetig auf der Suche nach Künstlerbetreuern. „Wir stellen jeder Produktion eine Person aus Braunschweig zur Seite, die die jeweilige Sprache spricht. Das ist sehr wertvoll für uns und die Künstler, damit man sich noch bes­ser verständigen kann“, erklärt Martine. Solltet Ihr eine der Spra­chen aus den teilnehmenden Ländern sprechen, könnt Ihr Euch gerne an das Team des Festivals wenden. Genaueres gibt es auf der Homepage.

Da die meisten der gezeigten Stücke bisher nicht über die eige­nen Landesgrenzen bekannt sind, gehören Reisen zum festen Be­standteil der Festivalplanung von Martine: Ich schaue mir unge­fähr 300 Stücke im Jahr an und davon sind die meisten außerhalb von Deutschland. Durch mein Netzwerk an internationalen Kolle­gen, weiß ich, wo es sich lohnen könnte hinzureisen, um mir dort ein Stück anzuschauen. Oft ist es aber auch so, dass ich nicht unbedingt bei meiner ersten Reise in ein Land gleich das perfekte Stück für das Festival finde. Dann sehe ich zwar viel, aber ich finde dann erst raus, welche Leute ich fragen muss, um an interessan­te Künstler heranzutreten. Das ist zwar lang und aufwendig, aber es macht unheimlich viel Spaß und das Theater ist ein guter und sehr lebendiger Weg, den eigenen Horizont zu erweitern.“

Noch nie zuvor gesehen Stücke aus anderen Kulturen, könnt Ihr vom 07. Bis 17. Juni in Braunschweig erleben. Das komplette Programm sowie Informationen zu den jeweiligen Künstlergrup­pen und Aufführungsorten findet Ihr unter www.theaterformen.