Bo’s Blog – Als die Hipster-Welle brach

Wenn man nach Berlin blickt, sieht man den Beginn der Hipster-Welle, die mittlerweile an den Klippen des Mainstreams gebrochen ist.

Durch die Kopfhörer des Ipods der ersten Generation strömt ein Song von einer Indie-Band, die nur eine Handvoll Freunde kennen, welche auf dem Ledersofa vom Sperrmüll im Proberaum der Band saßen. Ein kleiner Schluck aus der Mate Flasche, in die Leitungswasser gefüllt wurde, die Nerdbrille ohne Sehstärke gerade gerückt und das Zitat aus dem eben gelesenen Reclam-Buch in einem 140 Zeichen Tweet mit der Welt geteilt.

Das Abendprogramm steht auch schon fest: Filmabend mit Freunden. Neben ein paar Flaschen Rotwein und einer Schüssel Studentenfutter, wird ein Arthausfilm eingelegt. Drei Weinflaschen später ist der Film vorbei. Verstanden hat ihn niemand der anwesenden Filmliebhaber, aber das ist ja auch egal. Hauptsache man kann ein Instagram-Bild vom gelungenen pseudophilosophischen Filmabend posten.

Schwimme immer gegen den Mainstream. Doch was ist, wenn sich die Strömung verändert? Was ist, wenn das Hipster-Dasein gar nicht mehr alternativ ist, sondern sich im Mainstream verloren hat?

Modeketten brachten der breiten Masse den hippen Stil, durch den sich die Urtypen der Hipster vom Rest der Gesellschaft abgrenzten. Plötzlich wird Club Mate zur Coca Cola, Apple ist das beliebteste Obst und MC Fitti und Cro erobern die Charts. Das Hipster-Phänomen färbt ab.

Eine Welle die von Berlin aus, Deutschland überflutete und schließlich Einzug in den Mainstream erhielt, an dem sie zerbrach. Hipster zu sein bedeutet heute, Mainstream zu sein – schrieb er, zog an seiner nicht selbstgedrehten Zigarette, die nicht aus Pepe-Tabak bestand und nahm einen Schluck Club Mate Cola.